| 2001.09 - Der Merchandising-Dreiklang - Das kreative Produkt und seine Vermarktung |
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Der "Merchandising-Dreiklang" - Das kreative Produkt und seine Vermarktung Autor: Rechtsanwalt Dr. Rutger von der Horst Köln, Münster, Los Angeles Inhalt I. Einleitung I. Einleitung Eine Eins und acht Nullen: 100 Millionen Mark nahm "Manchester United" im Geschäftsjahr 1997 ein - allein mit Merchandising-Artikeln. Vom Duschgel bis zum Schlafanzug, von der Unterwäsche bis zum Handy, der eingefleischte "ManU"-Fan kann so ziemlich jeden Gegenstand mit Vereins-Konterfei erwerben. Wer mag, kann sogar sein Wohnzimmer ganz in "ManU" halten - mit der Vereinstapete an der Wand. Der Traditionsverein ist nicht nur Profi auf dem Fußballfeld, sondern auch auf dem Nebenschauplatz "Merchandising" äußerst gewitzt. II. Geschichte des Merchandising Merchandising ist sehr „geschichtsträchtig". So entdeckte die Firma Stollwerk schon 1860 "Merchandising" für ihre Zwecke: Die Firma legte ihren Produkten kleine bedruckte Kärtchen, Sammelserienbilder, bei und bot gleichzeitig aufwendig hergestellte Sammelalben für wenig Geld an. Nicht nur Stollwerk entdeckte schnell, dass sich mit diesen Sammelbildern die Verbraucher auf ihre Produkte aufmerksam machen ließen. Die Anbieter dieser Bilder schätzte darüber hinaus auch die zusätzlich entstehende emotionale Bindung des Verbraucher an das Produkt. Den Anfängen folgten eine Reihe ähnlicher Merchandising-Aktionen, die bis heute anhält: Noch heute werden z. B. "Max und Moritz" von der Firma Sahnalp zu Werbezwecken verwendet. Später kamen Zeitschriften etwa der Margarine Rama und des Karstadt-Konzerns hinzu, in denen Comic-Serien wie "Mickey Mouse" und "Donald Duck" abgedruckt wurden. Die Figuren "Mickey Mouse" und "Donald Duck" waren es auch, die in den 30er Jahren Vorbild für Puppen, Salzstreuer und Porzellan wurden und besonders in Deutschland reißenden Absatz fanden. Das Fernsehen kam in Deutschland erst spät zum Merchandising: "Die Mainzelmännchen" zieren seit 1964 verschiedene Produkte und sind für das ZDF eine zusätzliche Einnahmequelle. Später wurden zunächst Figuren aus Kinderserien (z. B. "Biene Maja", "Pinocchio"), dann auch Stars oder Inhalte von Erwachsenenserien (z. B. "Denver Clan", "Dallas") vermarktet. Als „Meilensteine" des Merchandisings können etwa auch die Vermarktung der Filmtriologie „Star Wars", des Films „Bat Man Forever" oder die Fernsehserie "Alf, der Außerirdische" betrachtet werden. Letzterer brachte 1987 eine halbe Milliarde D-Mark ein - und war damit einer der ersten großen Merchandising-Erfolge in Deutschland. „Großgeschrieben" wird Merchandising auch bei der Vermarktung des (Kinderbuch-)Charakters „Felix der Hase". III. Was ist Merchandising? Für das Merchandising werden überwiegend drei Voraussetzungen gefordert: - Popularität - Verwertung im Sekundärbereich - Exklusivposition 1. Popularität 2. Verwertung im Sekundärbereich 3. Exklusivposition IV. Keine Garantie für Vermarktungserfolg V. Emotionaler Faktor und hochwertige Qualität VI. Der „Merchandising-Dreiklang" - Ideenkreativität - Vermarktungskreativität - Juristische Kreativität VII. Der Merchandising-Vertrag: Festlegung der "Spielregeln" So muss etwa lizenzrechtlich geregelt werden, wer welches Logo wie, wo und wie lange verwenden darf. Dabei ist der Umfang bereits bestehender Exklusivrechte präzise abzuklären und vertraglich entsprechend auszuarbeiten, um etwaige Kollisionen zu vermeiden. Aber auch einzelne Merchandisingaktivitäten sollten (müssen) bereits im Vorfeld darauf juristisch „abgeklopft" werden, ob sie nicht Rechte Dritte verletzen. Intelligentes Merchandising jedenfalls berücksichtigt jeden „Ton" des „Merchandising-Dreiklangs".
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